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The Laundromat – August Ausgabe 2026

Wie aktuelle Betrugsfälle die Notwendigkeit einer EU-weit harmonisierten Geldwäschebekämpfung unterstreichen

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Verfasst vonWebID Team
Veröffentlicht am24.08.2026

Willkommen zur August-Ausgabe des The Laundromat Newsletters, mit der wir auf Finanzbetrugs- und Geldwäschefälle der letzten Zeit schauen und was sie für die Praxis bedeuten.

Das erwartet Sie in dieser Ausgabe:

  • Warum die jüngsten Fälle die EU-weite Harmonisierung regulativer Vorgaben einmal mehr bestätigen
  • Welche Rolle pluralistische Identifikations-Ökosysteme dabei spielen
  • Wie sich diese nahtlos in EU-AMLR-konforme Know-Your-Customer-(KYC) und Know-Your-Business-Architekturen (KYB) integrieren lasse

Caritas Luxemburg in Betrugs- und Geldwäscheskandal verwickelt: über 61 Millionen Euro Schaden

Im Zusammenhang mit der Veruntreuung von rund 61,2 Millionen Euro im Frühjahr 2024 bei der katholischen Hilfsorganisation Caritas Luxembourg wurde Anfang Juni in Rom eine mutmaßliche Schlüsselfigur des Geldwäschenetzwerks festgenommen.

Ermittlern zufolge wurde bei der Caritas Luxemburg mit etwa 8.200 betrügerischen Überweisungen nahezu das gesamte Jahresbudget der Organisation veruntreut. Die Täter nutzten vermutlich eine sogenannte CEO-Fraud-Masche, bei der Mitarbeitende durch Social Engineering zur Freigabe von Zahlungen verleitet wurden. Der mutmaßlichen Schlüsselfigur wird vorgeworfen, Briefkastenfirmen in mehreren EU-Ländern gegründet zu haben, Bankkonten in Italien, Österreich, Schweden, Portugal und weiteren Staaten eröffnet sowie gefälschte Dokumente erstellt zu haben, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern. Sie soll ferner die Geldwäsche im Auftrag eines der Hauptorganisatoren koordiniert haben.

Dieser Geldwäscheskandal hat weitreichende Folgen, wie auf den Seiten von Comsure Compliance Limited nachzulesen ist:

Caritas Luxemburg musste zahlreiche Hilfsprojekte einstellen und sich umfassend neu organisieren. Die luxemburgische Staatsbank Spuerkeess wurde bereits 2025, also noch vor Verhaftung der vermutlichen Geldwäschekoordinatorin, wegen gravierender Mängel bei der Geldwäscheprävention mit knapp 5 Millionen Euro Bußgeld belegt.

Der Fall führte zu einer verstärkten regulatorischen Aufmerksamkeit und höheren Anforderungen an Banken und andere Finanzdienstleister, insbesondere beim Transaktionsmonitoring, der Customer Due Diligence und der Überwachung grenzüberschreitender Zahlungsströme. Und er verweist auf strukturelle Lücken, die mit dem ab 10. Juli 2027 verpflichtenden EU-AML-Paket adressiert werden:

  • Freigaben ohne sicher geprüfte Identitäten
  • Briefkastenfirmen ohne belastbare UBO-Prüfung
  • Kontoeröffnungen in mehreren Staaten, die jeweils für sich betrachtet plausibel wirken.

Fraud-Resilienz EU-weit erreichen

Verpflichtete Unternehmen können ihre Fraud-Resilienz verbessern, indem sie Onboardings und Reevaluierungen über ein pluralistisches Identifikations-Ökosystem managen, das den Anforderungen des EU-AML-Paketes entspricht. Nur so lässt sich verhindern, dass einzelne Verfahren zum Single Point of Failure werden. NFC, eID und Wallet-Nachweise sowie alternative, eIDAS-2.0-zertifizierte Ident-Verfahren machen gefälschte Identitäten unbrauchbar, ausgefeilte KYB-Verfahren lösen Beteiligungsketten bis zur natürlichen Person auf und starke Authentifizierungen nehmen (CEO-)Fraud den Angriffspunkt.

Cyberangriff auf das Liechtensteiner Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen

In der Nacht zum 30. Juli 2026 haben Hacker auf das liechtensteinische Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen zugegriffen. Die Regierung informierte am 3. August 2026 Datenkopien von rund 31.000 Rechtsträgern samt der dahinterstehenden wirtschaftlich Berechtigten. Bei etwa 41.000 Einwohnern ist das eine Größenordnung, die weit über das Fürstentum hinausweist. Der Liechtensteinische Bankenverband betont allerdings, dass keine Banken und keine Bankkundendaten betroffen seien.

Über diesen Cyberangriff auf das Liechtensteiner Register berichteten verschiedene Quellen, unter anderem die Tagesschau.

Bemerkenswert ist weniger der Angriff selbst als sein Ziel: kompromittiert wurde ein zentrales Instrument der Geldwäscheprävention, denn derartige Register bündeln naturgemäß, was Angreifer suchen, also Namen, Beteiligungsketten, wirtschaftliche Zurechnung. Diese Bündelung kann allerdings auch als möglicher struktureller Schwachpunkt ausgelegt werden.

Für Verpflichtete verschiebt sich die Frage von der Registersicherheit hin zur Sicherheit der eigenen Systemarchitektur

Die EU-AMLR sieht Registerabfragen als unterstützende, nicht hinreichende Quelle einer UBO-Feststellung, die eigenständige, risikobasierte Verifizierung bleibt Pflicht. Vertraulichkeits-, Integritäts- und Verfügbarkeitsrisiken laufen darum aus drei Richtungen auf dieselbe Konsequenz hinaus: Beteiligungskette und handelnde Personen müssen in KYB-Verfahren prozessual verifiziert werden, inklusive Dokumentenprüfung und eindeutiger Personenidentifikation. Wer die handelnden Personen nach Erhalt der vollständigen KYB-Akte aus einer Primärquelle in einem nahtlos anschließenden eIDAS-2.0-konformen Identifikationsprozess verifiziert, kann das Fraud-Risiko erheblich reduzieren.

Further Reading

Know-Your-Business-Verfahren effizient gestalten

Angesichts der EU-AML-Verordnung sollten Unternehmen in regulierten Branchen ihre Know-Your-Business-Prozesse stärker datengetrieben, auditfähig und prüffest dokumentieren. Unterstützt werden sie dabei durch automatisierte Verfahren, die vollständige KYB-Akten ihrer Geschäftskunden kosten- und ressourcensparend generieren. Wie das beispielsweise mit CorporateID von WebID gelingen kann, ist hier nachzulesen.

KYB einfach automatisieren

27 nationale Wallets, eine Integration: EUDI-Wallet-Connector

Mit der  EUDI-Wallet-Akzeptanzpflicht stellt sich für verpflichtete Unternehmen eine zentrale Frage: Wie funktioniert die Anbindung in das Identifikations-Ökosystem nicht nur in der Theorie, sondern auch über Ländergrenzen hinweg? Der EUDI-Wallet-Connector von WebID ist bereits gegen sechs nationale Testumgebungen verifiziert. Für die Praxis bedeutet das weniger Fragmentierung in den Identifikationsstrecken mit nur einer Integration für alle europäischen Märkte statt Insellösungen pro Land.

Alle Details zum EUDI-Wallet-Connector

Ihr Weg zur AMLR-Readiness

Hier finden Sie weitere Informationen und eine Übersicht von KYC-/KYB-Lösungen, die Sie bei der Umsetzung der neuen EU-AMLR-Vorgaben unterstützen.

EU-AMLR-konforme Identifikation