The Laundromat – Juni Ausgabe 2026

Geldwäsche im Luxusgütersegment: Der EU-AMLR-Druck steigtGeldwäsche im Luxusgütersegment: Der EU-AMLR-Druck steigt
Hochwertige Uhren, Gold, teure Fahrzeuge – Luxusgüter sind seit jeher ein bevorzugtes Instrument zur Geldwäsche. Es ist also kein Zufall, dass die EU-AMLR ab Juli 2027 genau hier die Vorgaben für Händler hochwertiger Güter verschärft.
In dieser Ausgabe des The Laundromat Newsletters zeigen aktuelle Fälle, warum diese Verschärfung längst überfällig war und was Verpflichtete im High-Value-Segment jetzt konkret tun müssen.
Aktuelle Ermittlungen aus 2026 zeigen, dass Luxusgüter wie Uhren, Gold, Juwelen, Fahrzeuge und Luxusimmobilien nach wie vor ein sehr attraktives Instrument für Geldwäsche sind. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Hochwertige Sachwerte lassen sich schnell auch grenzüberschreitend bewegen, sind schwerer nachzuverfolgen und eignen sich damit gezielt zur Verschleierung illegaler Vermögensherkünfte.
Konkrete Fälle aus 2026 verdeutlichen das Risikoprofil: Bei einer internationalen Großrazzia mit Bezug zu Deutschland und Polen etwa wurden Luxusuhren, hochwertige Fahrzeuge und Bargeld im Gesamtwert von über 1,2 Mio. Euro sichergestellt. In einem weiteren Fall beschlagnahmten Behörden mehr als 200 Mio. Euro an Gold und Luxusimmobilien im organisierten Kriminalitätsumfeld. In den Niederlanden warnen Staatsanwaltschaften Einzelhändler bereits aktiv davor, Luxusuhren gegen Bargeld zu verkaufen, wie bei WatchPro nachzulesen ist; und auch das kann durchaus als ein klares Indiz für den wachsenden Regulierungsdruck im High-Value-Segment betrachtet werden.
Luxusgüter und Drogen bei Großrazzia sichergestellt
Im Rahmen eines seit 2024 laufenden EU-Ermittlungsverfahrens gegen ein mutmaßlich internationales Geldwäsche-Netzwerk haben Ermittler mehr als 20 Objekte in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Berlin sowie im Raum Warschau durchsucht. Dabei wurden Bargeld, Wertgegenstände, Datenträger, drei Luxusfahrzeuge und sechs hochwertige Uhren im Gesamtwert von über 1,2 Millionen Euro sichergestellt. Zudem fanden die Behörden diverse Betäubungsmittel, darunter rund 50 Kilogramm Cannabis.
Neun Beschuldigte stehen im Verdacht, über ein internationales Firmengeflecht Bargeld in Millionenhöhe verschoben und gewaschen zu haben. Nach Angaben des hessischen Landeskriminalamts soll die Organisation von chinesischen Akteuren kontrolliert worden sein. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert an.
Den vollständigen Artikel hat DIE ZEIT unter Verwendung von dpa-Informationen veröffentlicht.
Italien: Vermögen des Messina-Denaro-Netzwerks beschlagnahmt
Im Zuge internationaler Ermittlungen gegen Geldwäsche aus Drogengeschäften haben italienische Behörden Vermögenswerte im Wert von über 200 Millionen Euro beschlagnahmt und drei Personen festgenommen. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Netzwerk des ehemaligen Cosa-Nostra-Bosses Matteo Messina Denaro, der 2023 nach jahrzehntelanger Flucht festgenommen wurde und später im Gefängnis verstarb.
Die Ermittler verfolgten Drogenerlöse, die seit den 1980er Jahren in mehreren Ländern investiert und gewaschen worden sein sollen. Dabei identifizierten sie acht mit dem Netzwerk verbundene Unternehmen sowie umfangreiche Vermögenswerte, darunter Gold und Luxusimmobilien an der spanischen Costa del Sol. Die Razzia gilt als Höhepunkt langjähriger internationaler Ermittlungen gegen die Finanzstrukturen der Mafia.
EU-AMLR-Compliance im Luxusgütersegment erreichen
Anbietende im High-Value-Segment sind mit Inkrafttreten der europäischen Antigeldwäscheverordnung (EU-AMLR) ab Juli 2027 in der Pflicht, die Kundenidentifikation, Prüfung wirtschaftlicher Eigentümer sowie die Herkunft der Mittel deutlich genauer zu prüfen und zu dokumentieren. Besonders hohe Barzahlungen, Käufe über Dritte, ungewöhnliche Transaktionsmuster und auch grenzüberschreitende Verkäufe werden zukünftig zu klassischen Red Flags.
Unternehmen der Luxusgüterbranche können also Geldwäschevorschriften nicht länger nur formal erfüllen, vielmehr müssen sie robuste und wirksame Compliance-Systeme implementieren, um rechtliche und finanzielle Sanktionen, aber auch Reputationsschäden zu vermeiden.
Doch es gibt Lösungen, mit denen auch Luxusgüterhändler die neuen EU-AMLR-Anforderungen ohne hohen personellen und finanziellen Aufwand umsetzen können. Das WebID Portal beispielsweise ist eine effiziente Lösung, mit der sie die zukünftig höheren KYC- und KYB-Pflichten auch ohne eigene IT erfüllen können, ohne dass ihnen hierfür erhebliche Kosten entstehen.
In case you missed it: Our AML news overview
Zondacrypto: Geldwäschevorwürfe sowie erhebliche Zweifel an der Zahlungsfähigkeit
Die polnische Kryptobörse Zondacrypto steckt offenbar in einer schweren Krise. Neben möglichen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen berichten Nutzerinnen und Nutzer, dass sie keinen Zugriff mehr auf ihre Guthaben haben. Neben einem von Ermittlern angenommenen Schaden von mindestens rund 97 Mio. US-Dollar könnten geschätzt bis zu 30.000 Anleger betroffen sein. Aber damit nicht genug:
- Zondacrypto verzeichnete zuletzt massive Bestandsverluste. Die Bitcoin-Reserven in Hot Wallets sanken von etwa 55,7 Bitcoin (BTC) in 2024 auf nur noch 0,18 BTC im Jahr 2026, was einen Rückgang von 99,7% der Reserven bedeutet.
- Zwischen Ende 2025 und Anfang 2026 wurden in über 500 Transaktionen Kryptowerte im Wert von mehr als 21 Mio. US-Dollar abgezogen. Teilweise wurden diese in andere Börsen transferiert, etwa Kraken.
- Es soll zwar eine große so genannte Cold Wallet mit 4.500 BTC existieren, ist aber nicht zugänglich, da die privaten Schlüssel angeblich beim verschwundenen Gründer liegen.
- Aufgrund der mangelnden Transparenz durch das Management traten Aufsichtsräte zurück.
Ab Juli 2027 unterliegen unter anderem auch Betreibende von Kryptohandelsplattformen den strengeren EU-AMLR-Pflichten. Für Betreiber von Kryptohandelsplätzen dürfte der Aufwand zur Erfüllung der EU-AMLR-Pflichten recht überschaubar sein, da in diesem Segment ein Großteil der Prozesse ohnehin überwiegend datengetrieben erfolgen. Mit gezielter Auswahl und Implementierung EU-AMLR-konformer KYC- und KYB-Verfahren sollten sie zukünftig mit überschaubarem Aufwand Compliance sicherstellen können.
AMLA erläutert Geldwäscheanforderungen für die Fußballbranche
Für Fußballfans ist die Weltmeisterschaft sicherlich ein absolutes Highlight, da hier die besten Nationalmannschaften der Welt um den Weltmeistertitel kämpfen. Vermutlich werden die Leistungen der einzelnen Spieler auch Einfluss auf mögliche Transfers haben und es ist nichts Ungewöhnliches, dass bei diesen Transfers Millionen an Ablösesummen gezahlt werden.
Ab Juli 2029 unterliegen darum auch Profifußballvereine und Spielervermittler der EU-Geldwäscheverordnung (EU-AMLR), denn die hohe Anfälligkeit der Branche durch große, internationale Spielertransfers, komplexe Eigentümerstrukturen und intransparente Finanzierungen ist nicht von der Hand zu weisen. Künftig müssen sie unter anderem Kundinnen, Kunden und wirtschaftlich Berechtigte eindeutig identifizieren, die Herkunft von Geldern prüfen, Transaktionen überwachen und risikobasierte Compliance-Systeme einführen.
Die Vorsitzende der neuen europäischen Geldwäscheaufsichtsbehörde Anti-Money Laundering Authority (AMLA), Bruna Szego, hat kürzlich in einem Interview die Auswirkungen der neuen EU-Geldwäschevorschriften auf den Profifußball erläutert und ihre Botschaft ist eindeutig: Betroffene Akteure sollten frühzeitig mit dem Aufbau von AML-Strukturen beginnen. Dafür bietet es sich an, auf die Expertise etablierter und erfahrener Anbieter von KYC- und KYB-Verfahren zu setzen.
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EU-AMLR, eIDAS 2.0 und die EUDI-Wallet: Zusammenhänge verstehen
Unternehmen im Finanzsektor sind bereits ab Juli 2027 in der Pflicht, die Vorgaben der EU-AML-VO zu erfüllen. Profifußball-Vereine sind zwar erst später dazu verpflichtet, diese Vorgaben umzusetzen, aber auch sie sollten frühzeitig die Weichen stellen. In diesem Blogbeitrag von WebID bieten wir Orientierung rund um die „Regulierungstrilogie“.
Fragen und Antworten zur EU-AMLR
Einige der konkreten Pflichten und Umsetzungsdetails, die mit dem Start der EU-AMLR einhergehen, sind noch nicht abschließend geklärt und bestimmen die Diskussionen unter anderem im Finanzsektor. Wir beantworten hier die häufigsten Fragen rund um EU-AMLR, eIDAS 2.0 sowie zur EUDI-Wallet.
Ihr Weg zur AMLR-Readiness
Hier finden Sie weitere Informationen und eine Übersicht von KYC-/KYB-Lösungen, die Sie bei der Umsetzung der neuen EU-AMLR-Vorgaben unterstützen.

